Samstag, 25. Januar 2014

[Über] 25 mal ich

Das Jahr hat wundersam negativ angefangen. Auch wenn es immer schlimmer geht, so ist mein Bedarf an Stress, Ärger und Irrsinn mehr als gedeckt - vom Studium gar nicht erst zu reden.

Und weil ich immer wieder merke, dass ich mich mal mit mir selbst auseinandersetzen muss, gibt's heute mal 25 wundersame Fakten der Mrs. Flüsterkind. Einfach so - ohne getaggt zu werden. Und ich werfe auch kein Stöckchen weiter.


  1. Rede ich über mich, ist jedes zweite Wort "Angst".
  2. Ich habe keine Hand-Stütz-Reflexe, wenn ich fall. Ich lande dann auf meinem Gesicht und habe mir in Kindheitstagen viermal die Zähne ausgeschlagen. [Seitdem mag ich Zahnärzte nicht]
  3. Ich bin Quartalsfresser. Ich habe für eine bestimmte Zeit ein absolutes Lieblingsessen/absolute Lieblingssüßigkeit, welches ich dann nahezu täglich bis zum Erbrechen "fresse". Aktuell ist dies: Mozzende Mango [Mango-Mozzarella-Salat]. 
  4. Aber ich liebe Lakritz. Lebenslang.
  5. Ich bin Licht-Fetischist. Ich brauche mehr Lichtquellen als qm. Gerade im Herbst & Winter.
  6. Frauen sind glücklich, wenn Sie Klamotten shoppen. Ich habe 3-Tages-Dauergrinsen, wenn ich Büromaterial geshoppt habe. 
  7. Ich träume seit Jahren von einem eigens gegründeten Unternehmen. Und ich ärgere mich heute noch über eine nicht-umgesetzte Idee, die nun Erfolg hat.
  8. Ich war schon mal selbstständig. 
  9. Ich bin mehr der kreative Macher als der konzentrierte Denker. Demnach würde ich mich heute auch beruflich anders entscheiden.
  10. Ich habe in der Schwangerschaft 37 kg zugenommen. Nach 2,5 Jahren hatte ich mein Ausgangsgewicht zurück.
  11. Ich verliere ständig Teile meiner Ohrringe. Ich könnte eine Ersatzteil-Tauschbörse eröffnen.
  12. Ich habe in meinem Leben erst ein Buch zuende gelesen ("Wüstenblume"). Mir fehlt einfach die Geduld.
  13. Ich wollte mal Grafikerin werden und habe noch immer meine Bewerbungsmappe mit 20 Zeichnungen.
  14. Ich lass' mich gern verleiten und folge Trends, obwohl ich mainstream nicht mag. Ich mag Andersartigkeit. Besonderheit. 
  15. Grund dafür ist: mangelndes Selbstbewusstsein, mangelnde Entscheidungskraft. Bei jedem noch so kleinen Akt muss ich mich anderswo zig mal rückversichern.
  16. Ich muss manchmal an meinen Erzeuger denken.
  17. Ich hasse Rollenspiele mit Barbies, Playmobil, Filly & Co. Ich glaube, das merkt das Kind.
  18. Ich bereue nichts (langfristig). Alles hat seinen Sinn. Alles bringt mich weiter.
  19. Ich bin tätowiert. Hätte ich eine andere berufliche Tendenz, würde ich mir zu gern den Oberarm tätowieren.
  20. Ich bin ruhiger geworden. Aber beim Autofahren pulsiert mir ständig das Blut. Ich habe einfach eine Abneigung gegen Schleicher, Nicht-Blinker, Raser oder diejenigen, die ihren Führerschein scheinbar irgendwo gekauft haben.
  21. Für mich bedeutet 'jammern', dass ich mich selbst mit dem Problem auseinandersetze. Das hat nie etwas mit gewolltem Mitleid oder Zuspruch zu tun. Leider versteht das kaum jemand. 
  22. Ich steh' auf Humor, Witz und Wortspiele.
  23. Es kräuseln sich mir die Fußnägel, wenn jemand (dauerhaft) der Grammatik und Rechtschreibung nicht folgen kann. 
  24. Ich glaube an Übersinnliches. Zelebriere das aber nicht.
  25. Manchmal habe ich Anwandlungen eines Messies. Es fällt mir in Teilen schwer, mich zu trennen. 





Donnerstag, 2. Januar 2014

Hallo 2014.

Hallo ihr! 
Ich wünsche euch ein frohes, gesundes und glückliches neues Jahr.

Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich das hier:


Ich wünsche mir für 2013 Gesundheit und Glück. Und nicht nur mir, auch meiner Familie und meinen Freunden.

Ich möchte in 2013:

  • mehr Zeit intensiv mit meiner Tochter verbringen (ohne das Studium im Hinterkopf)
  • möchte meine Gedanken mehr sortieren und ausmisten
  • meine Gefühle besser annehmen
  • mir insgesamt klarer über mein Selbst werden
  • mehr Zeit für Freunde finden
  • meinen Hobbies regelmäßig nachgehen und die Kreativität weiter kitzeln
  • irgendwie den Zigaretten den Rücken kehren (mir fehlt noch der richtige Ansatz)
  • meinen Blog weiterhin in meiner Wunschmission ausschmücken
  • und auch ganz typisch: Sport auf meine wöchentliche to-do-Liste setzen.


Wenn man so etwas schon öffentlich rausposaunt, dann muss man wohl eine kleine Bilanz ziehen.

Von Gesundheit waren meine Lieben und ich größtenteils erfasst - welch Glück - womit dann auch das Glück eingetroffen ist. 

  • Ich habe mehr Zeit mit meinem Kind verbracht. Vielleicht noch nicht so, wie ich es selbst gern hätte. Aber das war schon ganz gut.
  • Gedanken zu sortieren, das klappt hin und wieder. Immerhin!
  • Ja, ich bin besser geworden im Fühlen. Damit meine ich vor allem die negativen Gefühle. Ich schaffe es schon, nicht ständig sofort auszuweichen.
  • Ich bin mir sehr viel klarer über mich geworden. Ich weiß noch nicht alles. Aber ich weiß einige Dinge mehr, die ich nicht will, die nicht zu mir passen und die mir nicht gut tun.
  • Ich habe wirklich sehr viel Zeit mit Freunden verbracht. Das war ein gutes Jahr. Möge es so bleiben! (Und ich weiß, dass mich ein "Freund" mehr weiter begleitet, was meine Freude ins Unermessliche steigert -> V.!)
  • Hobbies und Kreativität. Naa ja. Das ist ausbaufähig. 
  • Zigaretten. Falsches Thema.
  • Ebenso die Ausgestaltung meines Blogs. Mich gibt's hier unregelmäßig. Und vermutlich ohne roten Faden. Aber das darf so sein. 
  • Sport. Ja. Das hat doch schon mal ganz gut geklappt. Ich gehöre zu den "Members" und hab' n Chipkärtchen im Portemonnaie. Nur in den letzten zwei Monaten hab ich dieses Kärtchen quasi gar nicht gezückt.

Und nun?

Nix. Ich starte ohne Vorsätze. Ich denke allenfalls in Etappen. Ansonsten versuche ich mal, alles auf mich zukommen zu lassen. Allem den richtigen Zeitpunkt zu geben. Und dabei beschränke ich mich auf meine aktuelle Verfassung. 
Anti-Planung. Anti-Kontrolle. Ohne ein peinliches Berührtsein am Jahresende, wenn dann doch wieder so viele gute Vorsätze nicht umgesetzt worden sind. 

2013 war wirklich ein sehr gutes Jahr.
Bitte mehr davon.
Und kontinuierlich besser.

Auf geht's...



Montag, 30. Dezember 2013

Ein Mann, eine Liebe. Ein einsames Leben.

Damals, auf dem Dorf, war er bereits für mich der Eigenbrödler. Er sprach nie viel.
Ein großer Mann mit halbseitig gelähmten Gesicht. Mit ständig tränendem Auge. Eine Mannesstatue. Stets mit Hemd und meist mit Zigarette. Er, der Kranfahrer. Der, der sein Ausliegen liebte - um unter Menschen zu sein.

Wenn er draußen stand, nahezu versteinert, und rauchte, schlängelten die Katzen um seine Beine - während ich stets vergeblich versuchte, mich den Katzen zu nähern. Sein liebevolles Herz haben die Katzen erkannt.

Ich kenne ihn nur alleinlebend, ohne Frau. Ohne Kinder.
Die Einsamkeit war auf dem Dorf sicher erträglicher. Dank der Gemeinschaft.

Mit meinem Umzug in die Stadt musste er irgendwann mit. Dort vereinsamte er zunehmend.

Heute.
Das Haar wirr und meist ungewaschen. Die Fingernägel länger als die einer Frau. Meist trägt er das gleiche Hemd. Das Gesicht: halbseitig erschlafft. Das Auge tränt. Mehr denn je. Er trägt noch immer Hemden. Doch die vertuschen nur sein Gerippe. Die Hosen viel zu weit. Keine Spur von dem einstigen Manne. Er zittert, sobald er die Hand reicht. Er kann kaum einen Stift halten. Er war seit seinem Umzug vor 20 Jahren nicht einmal beim Arzt.

Er lebt allein. Sauberkeit ist ihm nicht wichtig. Auch Hygiene nicht. Noch immer steht die Anrichte aus den 50er Jahren in seinem Wohnzimmer. Noch immer nutzt er das gleichalte Geschirr. Er braucht nichts Neues. Er will nichts Neues. Das ist sein Festhalten an seiner Zeit. Derjenigen, in der er vermeintlich glücklich schien. Frei, arbeitend, gesellig - auf dem Land. Heute besteht sein Leben aus dem Plattenbau, 100m-Einkaufstouren und dem Fernsehprogramm. Und den Besuchen von mir und meinem Kind.

Meine Oma sieht er nicht so gern. Meine Mutter schon gar nicht.

Heute. Heute ist er 80. Mein Großonkel.

Seinen Geburtstag feierten wir zu viert bei meiner Oma. Es klingelte. Am Telefon eine Frau, die nach ihm verlangte. Und er telefonierte. Das erste Mal, seit rund 20 Jahren.

Einige Tage später besuchte ich ihn. Auf dem Tisch lauter Bilder einer jungen, hübschen Frau.

"Schau. Das ist sie. Die hat mich angerufen. Das war mal meine Freundin. Wir haben uns damals in L. auf einer Hochzeit kennengelernt. Sie war 15 Jahre jünger als ich. Wir schrieben uns regelmäßig."

"Aber...?"

"Sie hat irgendwann nicht mehr geantwortet. Ich habe das hinnehmen müssen. Nun fand sie im Nachlass ihrer Mutter meine Briefe. Sie dachte, ich hätte ihr nicht mehr geschrieben, hätte kein Interesse mehr an ihr. Doch war es ihre Mutter, die uns nicht dulden wollte. Sie hat mich dann über deine Oma ausfindig machen können."

"Schön! Ist sie verheiratet?"

"Sie war kurzzeitig verheiratet, hat mich aber nie vergessen können."
Stille.
"Ich sie auch nicht."

"Na ist doch toll, dass sie sich nun meldet!"

"Ja. - Leider zu spät."

Und er senkte den Kopf.


"Ich war kalt. Ohne Heimat. Und alleine. Nur einer dieser Steine."






Montag, 23. Dezember 2013

Froh, besinnlich & zufrieden...

... sollt ihr Weihnachten erleben.

Ich wünsche euch ein wunderbares Weihnachtsfest und erholsame Feiertage. Genießt die Ruhe, die Familie/die Freunde und die kleinen Nettigkeiten.

Keine andere Zeit des Jahres ist so besonders wie die Weihnachtszeit. Alles wird still, die Hektik des Jahres endet in einem besinnlichen, zauberhaften Fest. Man wird sich dessen bewusst, was man wirklich liebt. Mögen wir auch in der alltäglichen Hektik das Besondere erkennen und uns nicht von Kleinigkeiten aus der Bahn werfen lassen. So können wir es jeden Tag Weihnachten sein lassen! [Verfasser unbekannt]


Habt es fein!


Mittwoch, 4. Dezember 2013

Endgegner.

Der vorprogrammierte Wahnsinn.

Seit Jahren weiß ich, dass dieser Zeitpunkt kommen wird: die Bachelor-Thesis.
Klingt besser als es sich lebt.

Man nehme:

  • Ein selbstgewähltes Thema, 70 Seiten, ca. 8 Wochen. Und weitere Module.
  • Ein Kind, ein Haushalt, Schlaf, eine Art Privatleben und der plötzlich erschienene Weihnachtstrubel.
  • Als Topping außerdem eine Portion Selbstmitleid, Erfolgsdruck und Perfektionismus.

Zubereitungszeit:
  • ungewiss

Zubereitungsart:
  • Fluchen
  • Jammern
  • Recherchieren und schreiben
  • Fluchen
  • Jammern
  • Jammern
  • Facebook
  • Lernen
  • Facebook
  • Recherchieren und schreiben
  • Im Kollektiv: Jammern und Fluchen
  • Im Kollektiv: Facebook
  • Ach ja, und: Jammern

Endergebnis:
  • Fahler Teint, Augenringe, Haarverlust
  • Unausgelastetes Kind, vernachlässigter Haushalt, ein vermutlich improvisiertes Weihnachtsfest.
  • Eine hoffentlich fertige und bestandene Thesis, erfolgreiche Prüfungen und den LL.B.

Zur Zeit ist der Wurm drin: 
Meine Gliederung der Thesis zieht sich wie Kaugummi. Ich bin völlig betriebsblind. Motivation, für weitere Studieninhalte die grauen Zellen zu bemühen, ist nicht vorhanden. Mein Kind ist krank und die Großeltern sind im Urlaub. Somit wohnt meine Oma derzeit bei uns. Und so sehr ich sie liebe und ihr auch danke, so sehr stehe ich kurz vorm Wahnsinn. Ich freue mich, wenn die vier Wände wieder nur uns gehören. Viel mehr freue ich mich, wenn das Kind wieder gesund und durch Kindergarten ausgelastet ist. Meine Mitgliedschaft in der Mucki-Bude kann ich bequem verschenken - ich weiß gar nicht, wann ich das wo unterbringen kann und soll. Zumal ich vermutlich der einzige Mensch bin, der nach'm Sport derart müde ist, dass man mich zum Schlafen in eine Ecke stellen kann. An irgendwelche Leistungen meinerseits ist also nach'm Sport nicht zu denken - und das mag ich mir nicht erlauben. Zwar blicke ich hin und wieder auch vom Schreibtisch auf und verlasse das Hausfrauen- und Mutterdasein, allerdings bringt mir das eher ein schlechtes Gewissen, als das es mir gut tut. Also: A*sch zusammenkneifen, Jammern und Fluchen minimieren und auf Richtung Ziel.