Mittwoch, 16. September 2015

Ich habe gerade Angst..


...sehr große Angst.

Viel mehr Worte finde ich gar nicht, ohne mich maßlos wiederholen zu müssen. Ich weiß nur, dass das Gefühl, was in mir ist, sehr schwer wiegt und ich ein paar Lichtblicke brauche. Dabei habe ich die sogar.

Jedenfalls ist der heutige Sprachbeitrag sehr sehr persönlich.






Montag, 14. September 2015

Let it go

Heute der wohl der x-te Eintrag mit der Aussage, dass ich mich nicht gut fühle. Wie elendig! Wo es doch mit den Einträgen zu [Selbsttherapie] gut anlief. Aber das hier wäre nicht ich, das hier wäre nicht mein Blog, wenn ich hier nicht einfach ehrlich bin: Scheiße ist vieles zurzeit. So!



Seit Anfang des Jahres fühle ich mich nicht wohl. Überfordert, unzufrieden. Fremd. Hypersensibel. Irgendwie sowas. Und dann ja leider auch körperlich nicht gut. Das bringt mir ganz oft wieder diese Momente, in denen sich alles so auswegslos, schlecht, fast leer, unwohl, schwarz anfühlt. Und das häuft sich. Nun bin ich ja prädestiniert, mich zuerst zu fragen: WARUM ist das so. Hmm. Da spielt vieles 'ne Rolle, ja. Aber ich bin mir sicher, dass es mein Studium ist, was mich fertig macht(e). Immerhin kämpfe ich seit genau 10 Jahren nun immer wieder um den nächsten Erfolg und gebe dabei zu oft nicht auf mich Acht. Und irgendwann reicht es einfach. Jetzt, jetzt sind es die Nachwehen der Überforderung. Wobei sie auch immer noch da ist. Und dann dieser elendige Alltag. Zum Verständnis sei gesagt: Ich habe meinen Master rein prüfungstechnisch in der Tasche, mich trennt "nur noch" die Thesis vom Abschluss. Und eben jene ist es, die mich mürbe macht. Ich habe keine Lust, keine Motivation, bin derart unkonzentriert. Setze mich selbst unter Druck, wenn ich dran denke: wann habe ich angefangen, wann wollte ich fertig sein, wann sollte ich nun endlich mal fertig sein. Dieses olle Ding raubt mir schon ein halbes Jahr Energie, dabei habe ich sie noch nicht einmal angemeldet. Jedenfalls habe ich dadurch, dass ich keine andere Aufgabe habe, einen monotonen und ungeregelten Alltag, da ich fast ausschließlich Zuhause schreibe. Verbunden mit der Tatsache, dass sich alles wandelt, tut das manchmal fast weh. Ich bin ja absoluter Festhalter. Ich halte an Altem und Gewohntem fest. So eben auch an meinem doch irgendwie liebgewonnenem Studentenleben. An dem Luxus der Selbstbestimmung (zumindest in einem gewissen Rahmen) und - in erster Linie - an den vielen Gleichgesinnten dort, die zum Teil meinem Freundeskreis angehören. Man sieht sich jetzt nicht mehr nahezu täglich. Angesichts der bevorstehenden Umzüge allenfalls alle paar Wochen/Monate. Mich schmerzt das. On top kommt die Sorge vor der Zukunft, da Bewerbungen ja größtenteils postwendend zurückkommen. Wo mag also die Reise hingehen - örtlich und inhaltlich; trifft das dann meine Erwartungen und Wünsche, usw.? Ich zerdenke also wieder. Und das in jederlei Richtung. Ich mache es mir also selbst schwer. Somit lasten gefühlt 350.582 kg auf meinen Schultern. Ich könnte ja auch ein bisschen vertrauter und selbstsicherer den Ballast abwerfen und sagen "Hey, das wird schon!" Aber dann wäre ich wohl nicht ich - das Sensibelchen.


Mein Körper scheint all' das auch nicht toll zu finden. Neben dem Ohrgeräusch habe ich eine veränderte Augenwahrnehmung, zumindest dann, wenn ich darauf achte, ich habe Verspannungen und Rückenschmerzen und ich presse meinen Kiefer zusammen. Egal wie man es auslegt: Es passt irgendwie alles zusammen. Zu dieser anspannenden Situation, in der ich zu gern alles Gute festhalten würde. Ganz oft, zu oft sogar, habe ich wieder Angst, dass es immer so bleibt. Dass es mir nie langfristig gutgehen wird. Und ich weiß mir dann einfach nicht zu helfen. Denn weder Yoga, Affirmationen, Entspannungsübungen oder Aufmerksamkeitsübungen helfen mir. Allenfalls für den Moment. Danach geht's von vorn los.




Darauf war ich fast vorbereitet, meine Therapeutin sagte mal, dass die Möglichkeit, dass es mir angesichts der neuen Lebenssituation wieder schlechter gehen könnte, besteht. Daher habe ich nun Freitag auch endlich erneut einen Termin.


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Zu meinem heutigen Befinden - was ich in der Tat als sehr normal einstufe - trägt auch mein Auswahltest/Vorstellungsgepräch bei, was ich m. E. und ohne zu selbstkritisch zu sein, schwer vermasselt habe. Den Test habe ich trotz Hürde gut gemeistert, aber das Gespräch... Oh je!
"Dann schildern Sie uns mal Ihren bisherigen Lebenslauf."
"Jaa, also. Ähh. Jaa. Meine Daten haben Sie ja vorliegend."
Peinlich! So verlief das weitere Gespräch dann. Ich war zu nervös und total konfus, aber auch einfach gar nicht bei mir. Und genau das empfinde ich so seit einem halben Jahr, wenn auch weniger kompakt.


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Freitag, 4. September 2015

Weil Übung den Meister macht. Oder einfach nur gut tut. [Selbsttherapie]

Wenn jemand so’n Mädchen um die 25 (*hüstl) mit vermeintlichem Stock im Hintern durch die Straßen gehen sieht: das bin bestimmt ich. Wie ich mich abmühe, gerade, mit rausgestreckter Brust und erhobenen Hauptes durch’s Leben zu gehen. Denn ich übe. Und zwar nicht für die geradeste Wirbelsäule der Region, sondern für’s Selbstbewusstsein und mein Befinden.







Als ich mich mal wieder nicht so berauschend fühlte, googelte ich wild herum. Ich suchte so etwas wie eine Motivationsseite. Ich brauchte - wie immer in solchen Situationen - irgendwas von außen. Dann stieß ich auf die Seiten des PAL-Verlag (Praktisch anwendbare Lebenshilfen) und muss gestehen: Bislang habe ich nichts Besseres finden können, was mich insgesamt und gerade in nicht so rosigen Zeiten aufbaut und mir hilft.








Ich kann jetzt nicht genau auflisten, was genau mir was bringt – dazu ist die Seite in sich zu sehr verwoben. Und ich will das auch gar nicht. Denn: wer sich mit der Thematik bzw. mit sich selbst auseinandersetzen und mehr erfahren will, der wird sich ohnehin individuell durchklicken. Einzig auf die sieben Übungen (Selbsterkenntnis - unter „Psychologie Experimente“) möchte ich wirklich gern verweisen.







Und dort - irgendwo mittendrin - las ich was von dem Zusammenhang von Psyche und Körper. Und da habe ich es scheinbar zum ersten Mal verstanden: Hängende, schlaffe Körperhaltung = entsprechende Stimmung. Missmutige, selbstkritische Stimmung = entsprechende Körperhaltung. You know? Im Grunde kalter Kaffee, is‘ mir aber erst kürzlich so richtig ins Mark gegangen. Da machen plötzlich so manche Yoga-Übungen noch mehr Sinn. ;)

Daher ist es eine meiner Übungen, auch der Rückengesundheit zuliebe, mich zu öffnen und mich zu zeigen, indem ich den Kopf hebe und die Schultern zurückziehe. Das habe ich besonders in den letzten Tagen gemacht, wenn ich z. B. wieder miesgelaunt durch die Thesis war. Es tut sich wirklich was! Gegenwirkung und so.






Und auch bei meinen Yoga-Übungen achte ich nun drauf: Bei unwohler Grundstimmung wähle ich Übungen, bei denen ich mich (mit Spannung) öffne. Fühle ich mich gestresst, gehe ich lieber in mich, indem ich Übungen mit Vorbeugen und z. T. auch mit Rückbeugen wähle. Die Welt des Yoga bekommt für mich nun eine gänzlich andere Bedeutung. ;)






Außerdem trainiere ich meine Vorstellungskraft, indem ich versuche, Wünsche & Ziele ganz konkret zu formulieren und sie mir so immer wieder vorzustellen. Denn wenn ich etwas ganz besonders gut kann, dann ist es bildliches Denken - wie eine Art "Fake-Parallelwelt". Diese Übung ist ein bisschen mit der positiven Formulierung von Wünschen gepaart.

Beide Übungen fallen mir aber schwerer, als die der Körperhaltung. Das erinnert mich auch an meine ‚kläglichen‘ Versuche des autogenen Trainings. Der Kurs, in dem nach der Fantasiereise das Verhalten des jeweiligen Kursteilnehmers stets in praller Runde ausgewertet wurde und  immer ich es war, die wegen der ersichtlichen Unruhe angezählt wurde. Ich konnte mich einfach nicht darauf einlassen. 

Ich rede mir übrigens nach wie vor jeden Abend im Sinne der positiven Affirmationen gut zu. Dies, in Kombo mit den anderen beiden Übungen, dürfte dann und wann doch einen Erfolg mit sich bringen. Oder vielleicht tut sie das auch schon und ich bin - voller Ungeduld auf Wunder wartend - zu blind, es zu sehen?


Liebe Grüße!

Montag, 3. August 2015

Ich helfe mir. [Selbsttherapie]

Vor 9 Tagen habe ich mal wieder versucht, einen Sprachbeitrag zu erstellen. Ich glaube, es waren so vier bis fünf gesprochene Versuche à 15 - 17 Minuten. Gesprochen habe ich über meinen Körper und seine Signale. Wie es mal war, wie es wurde, wie es jetzt ist. Und jedes Mal blieb am Ende diese Lücke. Es fehlte was. Sowas wie eine Pointe.


"Nee", dachte ich. "So kann das nicht stehen bleiben." Und ich löschte jeden Versuch. Ich mochte nicht schon wieder nur jammern, mich selbst bestätigen und daraufhin abermals jammern. Viel lieber hätte ich beschrieben, wie es war und dann, was ich tat, um mir zu helfen.


Und dann habe ich begonnen, mich mal genauer umzusehen. Denn vielleicht brauch' ich ja gar nicht zwingend einen Therapeuten, sondern kann mich am Wissen vieler anderer kluger Menschen bedienen? Jedenfalls habe ich eine wundervolle Seite gefunden, die ich seither so gern täglich besuche. Ruckizucki hatte ich die ein oder andere Erkenntnis - über ganz simple Dinge, aber für mich sehr formgebend. In jedem Fall wirkt es dort auf mich sehr stimmig und ich habe Lust, mich da durchzulesen/-arbeiten. Aber bevor das hier ein Beitrag mit halben Hilfen oder lediglich einem gänzlichen Verweis wird, warte ich noch etwas. Nein, besser gesagt: Ich übe bis dahin noch etwas. Und dann kann ich beim nächsten Mal hoffentlich ein bisschen darüber berichten, wie es mal war und wie es wurde, als ich was tat.




Montag, 20. Juli 2015

Aus der Rau(s)ch.

13 Jahre lang ohne Dampf keine Leistung.
Ständiges Nikotinverlangen.
Tag für Tag. 

Ich schrieb es bereits per instagram: Heute bin ich seit zwei Wochen (das sind übrigens 14 Tage; 336 Stunden oder 20160 Minuten) Nichtraucher. Das hätte ich mir wohl selbst nicht zugetraut.


Ich habe meist sehr gern geraucht. Es war für mich Genuss, Ablenkung und Auszeit. Aber auch Geselligkeit.

Das Lernen habe ich mit Rauchen unterbrochen, die Aufregung und Nervosität damit bekämpft. Gute Gefühle, sowas wie Euphorie, habe ich mit dem Rauchen verneununddreißigfacht. Telefonate wurden angenehmer. Der Sekt schmeckte mit Zigarette besser. Der Kaffee erstrecht. Bei Stress habe ich mich durchs Rauchen "entspannt". Langeweile habe ich mit dem Glimmstängel überbrückt. 



Und nun? Aus der Rausch. 
Als Nebenbefund eines CT stellte sich heraus, dass in meinen Halsgefäßen bereits Kalkablagerungen sichtbar seien. Sowas kann durch Verfettung bzw. ungesunde Lebensweise herrühren, vorwiegend jedoch durchs Rauchen begründet sein.

Diese Auswertung des CT war schon längst überfällig. Ich war ein bisschen ängstlich vor dem Befund, weshalb ich es immer weiter hinausschob. Vor zwei Wochen aber bot es sich an. Vertretungsweise musste ich zur Ärztin in der Gemeinschaftspraxis, die mir diesen Befund sehr schnell und direkt übermittelte und dann ganz entscheidend hinzufügte, dass sie selbst sehr gern geraucht hat. Doch vor drei Jahren hatte sie einen Schlaganfall, da ihre Halsgefäße infolge des Rauchens verstopft waren.

Bitte welch größeren Zaunpfahl sollte man mir vor's Gesicht hauen? 



Für mich ist das nicht nur purer Zufall, sondern ein dezenter Tritt in den Hintern, aus dem Überlegen, gedanklichen Verändern und Unsicher-sein herauszukommen. 

Ich verließ die Praxis. Zündete mir eine Zigarette an. Zum Abschied. Und warf sie nach einem Zug weg.

Da saß die Angst plötzlich ganz tief in mir. Will ich das? Schwer erkranken oder gar sterben, weil ich mich von einem solchen Kraut abhängig mache? Möchte ich meiner Tochter eine solche Last aufbürden?  

Also: Schluss. Aus. Ende. Für immer, das stand fest. Und das steht es heute noch. Ich bin mir nie wirklich sicher, aber hier weiß ich garantiert: Ich werde nie (!) wieder so rauchen, wie bisher. Einen evtl. Rückfall will und kann ich nicht ausschließen, aber ich lasse mir mein Leben nicht wieder so von einer Droge bestimmen. 



Es gab dieses Jahr im Freundeskreis bereits einen Vorfall, der mich diesbezüglich sehr nachdenklich gestimmt hat. Ein Freund von mir hat auch vor rd. drei Monaten aufgehört zu rauchen. Und dann lief da neulich so ein schön-schnulziger Film, an dem die Kinder am Bett der kranken Mutter saßen. Der Arztbesuch also war für mich das alles Entscheidende i-Tüpfelchen.


Nun mag man vielleicht denken: Hä? Die hat aber doch ein Kind? 
Ja, hat se. Und in der Schwangerschaft habe ich auch aufgehört zu rauchen. Aber es stimmt einfach nicht, was ein jeder sagt. Es ist nämlich in der Schwangerschaft nicht so supereasypeasy, mit dem Rauchen aufzuhören. Da habe ich mich auch sehr gequält. Aber ich hatte eine ganz andere Motivation. Dumm ist nur, dass ich wieder angefangen hatte.


Jetzt klappt der kalte Entzug viel besser, als gedacht. Ich habe immer gesagt: Wenn ich es schaffe, mit dem Rauchen aufzuhören, dann kann ich wirklich alles schaffen. Denn ich habe es mir unsagbar schwer und qualvoll vorgestellt. Und dabei ist es das gar nicht. Es ist in meinem Fall hauptsächlich das Umstellen von Gewohnheiten. Jegliche Situationen, in denen ich sonst geraucht habe, fallen mir schwer. Habe ich sie aber einmal als Nichtraucher überlebt, wird es leichter. 

Ich weiß, dass das Verlangen nur ein kurzzeitiges Gefühl ist. Das vergeht - auch ohne großartige Ablenkung. Kompensieren muss ich diesen Nikotinverlust trotzdem. Mir fehlt merklich etwas. Es gelingt mir bislang ganz gut mit Essen/Trinken - also mit der Kompensation durch Geschmack - und mit Sport. Ich verspüre nämlich einen großen Bewegungsdrang.


Entzugssymptome bemerke ich aber natürlich auch. Neben dem Verlangen selbst werde ich häufiger wach, brauche weniger Schlaf und bin aktiver. Das war zunächst z. T. sehr angenehm. Mittlerweile empfinde ich das nicht mehr so. Mein Nervensystem ist derart auf Alarmstellung, dass ich mich fühle, wie vor einem Sprint, bei dem ich nur noch auf das 'go' warte. Das geht mit großem Herzklopfen, Schwindel, aufgeregt-sein und gefühlt schlimmerem Tinnitus einher. Aber okay, ich weiß ja, dass es vergeht.



Positive Veränderungen sind es aber, die mich unendlich glücklich machen: Ich rieche und schmecke so viel besser! Also sowohl ich selbst, als auch gefühlt. ;) Ich kann Treppen steigen, ohne groß Verschnaufen zu müssen. Auch beim Joggen macht sich das wirklich sehr extrem bemerkbar. Ich fühle mich unabhängiger, fitter und 'sauberer'. Man könnte fast sagen, ich fühle mich irgendwie gesünder. Also trotz des Schmachts habe ich mein Wohlbefinden bisher bereits sehr gesteigert.

Und - ich sage das selten: Ich bin mächtig stolz auf mich!


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